Montag, 5. Oktober 2009

Logbuch Nr. 38 – „Fliwatüt“

Donnerstag, 10.09.2009, nachmittags, fünfzehn Minuten vor 16.00 Uhr.
Ein großer weißer Zettel prangte am Eingang zu Thomas Karl’s Praxis und Wohnung in Hohenbrunn bei München, auf den eine freundliche Nachbarin aufmerksam machte: „Suchen Sie den Herrn Karl? Sind Sie Herr Müller? Dann ist der Zettel da für Sie bestimmt. Lesen Sie!“, forderte sie mich auf und um sicher zu gehen, dass ich auch ja verstand, was drauf stand, übersetzte sie gleich den scheinbar auswendig gelernten Text: „Da steht, dass der Herr Karl gleich zurück ist! Sie sollen warten!. Ich schaute auf meine Uhr. Schon wieder zu früh angekommen.
Meine Termine plane ich immer mit möglichen Staus oder Behinderungen so ein, dass ich zu 90 % immer pünktlich da bin. So eine preussische (Un-)Tugend, die ich wohl von meinem Vater übernommen habe.
Da jedoch erfahrungsgemäß bei dieser Interviewtour alle Engel mit mir auf Reisen sind und ich zudem ein Dauerabo beim Universum hinsichtlich freier Fahrt auf allen Straßen abgeschickt habe, bin ich immer zu früh.
Mein Überpünktlichkeitstick wird sich bereits am nächsten Tag ins Unermessliche steigern und ein völlig überraschtes Opfer finden – dazu mehr in den nächsten Logbüchern.

Zurück zu Thomas Karl, mein nächster Fall. Thomas Karl https://www.xing.com/profile/Thomas_Karl8, http://www.praxis-geistheilung.de/) wurde mir von Claudia Michaelis (siehe Logbuch Nr. 37 – Liebesengel) empfohlen, die ihn bereits vor Jahren kennen und schätzen gelernt hat.
So war ich gespannt auf diesen Mann, der kurz darauf die Straße eiligen Schrittes auf mich zu kam und mich herzlich begrüßte. Sympathische, vertrauenserweckende Ausstrahlung, könnte gut einen weißen Kittel tragen und ehrfurchtsvoll mit „Herr Doktor“ angeredet werden. Er strahlt so jovial von oben auf seine Mitmenschen herab. Wie hieß doch gleich die Arztserie im deutschen Fernsehen? „Der Arzt, zu dem die Frauen vertrauen haben.“ – oder so ähnlich.
Thomas Karl ist jedoch „nur“ Heilpraktiker und Heiler nach der Schule von Horst Krohne, aber er wünscht sich, so wurde es im Interview sehr deutlich, nichts sehnlicher als die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Heilern und Ärzten.
Da dieser Wunsch auch eine der wichtigen Botschaften meines Filmes werden wird, und ich dies als praktizierender Heiler auch persönlich so sehe, erlaube ich mir, sein Statement dazu, was er auf seiner Website http://www.praxis-geistheilung.de/ so wunderbar geschrieben hat, an dieser Stelle zu zitieren:

„Bitte um Zusammenarbeit mit Ärzten und Heilpraktikern. Ich bitte interessierte Ärzte und Heilpraktiker, mit mir Verbindung aufzunehmen. Ich möchte mit Ihnen zusammenarbeiten zum Wohle unserer Patienten. Noch laufende Untersuchungen der Schweizer Stiftung Coaching for Health, bei Basel gelegen, zeigen eindrucksvoll, daß es hohe Prozentquoten dauerhafter Heilung geben kann, wenn wir miteinander arbeiten. Für Menschen, die heilen wollen und mit der Realität des heilenden Tuns vertraut sind, sicherlich ein Anreiz, aufzumerken. Anfang 2004 kam die Nachricht vom Bundesverfassungsgericht, daß nun das Arbeiten mit Geistigen Heilweisen in Deutschland erlaubt ist, ohne Arzt oder Heilpraktiker zu sein. So entschied ich mich, mich öffentlich nur als Heiler nach Horst Krohne zu zeigen, da genau das mein Anliegen ist für den heilerischen Teil meiner Arbeit. Ich halte trotz der neuen Gesetzeslage meine Heilpraktikerausbildung für sehr wichtig, denn ich denke, für ein ganzheitliches Verständnis von Krankheit ist es sinnvoll, auch eine humanmedizinische Grundausbildung und Kenntnisse für den Umgang mit Notfallsituationen zu haben. Außerdem finde ich es nicht sinnvoll, eine Heilweise wie das geistige Heilen allein stehen zu lassen. Zusammenarbeit mit Humanmedizinern und Heilpraktikern ist für mich befruchtend, effektiv und hilfreich für das Wohl des Kranken, der Heilung sucht. Und in der heutigen Zeit sicher auch wichtig: Eine solche Zusammenarbeit hilft, Geld zu sparen. In anderen Gesundheitssystemen, wie dem in England, ist ein gemeinsames Arbeiten von Geistheilern und Ärzten schon viele Jahrzehnte selbstverständlich. Ich bitte Sie also, geschätzte Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten, lassen Sie uns die Möglichkeiten ausschöpfen, Menschen gemeinsam zu helfen.“

Mir saß während des Interviews ein hochintelligenter Mensch, hochkonzentriert mit der nötigen Portion feinen Humors gegenüber, dem es sichtlich Spaß machte, auf alle meine Fragen auch hintergründig und ausführlich zu antworten. Doch auch die leisen, nachdenklichen Töne fehlten nicht, insbesondere, als er mir seine bewegende Geschichte einer Sterbebegleitung erzählte, wobei er auf zwei Bilder hinter mir zeigte, die von dieser inzwischen verstorbenen Frau stammten und ihm „vermacht“ wurden als Dank für seine seelsorgerische Arbeit.
Da stahlen sich kleine Tränen in das ansonsten verschmitzt lächelnde Gesicht.

Noch zu erwähnen sei, dass ich ein außergewöhnlich farbiges Möbelstück, dass sich als Hochstuhl herausstellte, so attraktiv fand, dass ich unbedingt wollte, dass er auf diesem feuerroten „Fliwatüt-Spielmobil“ interviewt wird. Er trug es mit Würde, Fassung und einem feinen ironischen Lächeln.
Dank dafür, danke für dieses dekomäßige Highlight –was den Film optisch bereichern wird.
Danke natürlich auch für das tolle Interview.
Danke, dass es Dich gibt.
Du bist ein wunderbarer und wertvoller Mensch.

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