Samstag, 13. Juni 2009

Logbuch Nr. 6 "Die Heiler - Der Film" - Himmel und Hölle.

Himmel und Hölle...

Am Donnerstag, 13.06.2009, hatte ich meinen ersten Aussendreh zum Film "Die Heiler".
Es führte mich und meine Frau Gabriele zu einem bewirtschafteten Hof am Bodensee.
Ein Chor war versammelt, der zum Sonnenuntergang das "Agnihotra" singen sollte.

Bis zum Sonnenuntergang unterhielten wir uns mit den beiden Protagonisten, die uns am heutigen Tag für das Interview zur Verfügung stehen wollten.
Die Initiatoren des Hofes und der Agnihotra-Zeremonie versuchten, uns die Wichtigkeit dieser weltumspannenden Aktion darzulegen und dass es ihnen dank dieser Feuer-Zeremonie an einem besonders heiligen Platz erstmals gelungen sei, einen achteckigen Wasserkristall entstehen zu lassen, den sie natürlich gleich Emoto kundgetan hatten.
Der Chor - es handelte sich um freiwillige Helfer auf dem Hof, der als gemeinnütziger Verein geführt wird - bestand aus lauter lieben und unkomplizierten Menschen, die sofort bereit waren, die Einverständniserklärung für das Veröffentlichungsrecht am eigenen Bild zu unterschreiben.

Wir machten Stellprobe und Probesingen - eine neugierige Katze lief uns ständig durchs Bild und hatte an der aussergewöhnlichen Aktion offensichtlich Riesenspass. Einige wollten sie verscheuchen, weil sie glaubten, die Katze würde nicht so richtig ins Bild passen - ich fand jedoch, dass sie eine bildhafte Bereicherung war.

Die Zeremonie zum Sonnenuntergang verlief dann wie am Schnürchen und das Aussen-Mikrofon nahm dank eines riesigen Windschutz-Puschels den wunderbaren Gesang und nicht die am Donnerstag heftigen Windgeräusche auf. Vorsichtshalber ließ ich den Chor - waren sie doch gerade mal so schön in Stimmung - den Chant gleich 5 mal wiederholen. Es wurde von mal zu mal besser. Derweil die glücklichen und ihren Hörnern belassenen Kühe auf der nahen Wiese, die für immer frischen Nachschub an Rinderdung für das heilige Feuer sorgten, ausgelassen Cha-Cha-Cha zum Agnihotra tanzten.

Wir waren sehr dankbar - es lief alles bestens und zum Schluss ließ ich den Freizeit-Chor noch in ihrem kleinen bescheiden Verkaufslädchen auf dem Hof antreten und in absolut windstiller Umgebung auf meinen Digital-Voice-Rekorder das vedische Mantra singen.
Sicher ist sicher.

Wie eingangs erwähnt, sollte heute das Interview stattfinden.
Ich erhielt jedoch gestern, am Freitag, vom offiziellen "Pressesprecher" eine Absage mit der Begründung, die vorgelegten Interview-Verträge wollten die beiden Interviewpartner so nicht unterschreiben.

O-Ton:
"Wir finden eure Arbeit sehr lobenswert, nur sollte für den XYZ-Hof ein anderer Vertrag,dessen Bedingungen wir formulieren, neu aufgesetzt werden.
Erst dann wäre eine weitere Filmproduktion möglich.
Die ehrenamtlichen Tätigkeiten des XYZ Hofes und der Fünffache Pfad in der Öffentlichkeit bekannt zu machen,wäre wünschenswert.
Vielleicht lässt sich hier auch mal für Arte oder Zdf-Doku ein Kurzfilm von 20-30 Minuten drehen."

Mit anderen Worten - wir hatten plötzlich das Gefühl, dass wir hier möglicherweise für eine Werbe-Film-Aktion missbraucht werden könnten.
Natürlich fielen meiner Frau und mir zunächst einmal die Kinnladen herunter, war doch unserer Meinung nach dieser erste Tag wunderbar und harmonisch verlaufen. Wir waren glücklich und in Hochstimmung und freuten uns auf die bevorstehende Interviewtour.

Dann jedoch - nach nur kurzem Durchatmen - haben wir dem Hof eine freundliche Absage erteilt, dass wir an den Vertrags-Formulierungen festhalten müssten, da dies Standard-Verträge des RTL und des ZDF für Produzenten seien. Würden wir jemals eine Chance sehen, diesen Dokumentarfilm auch im Fernsehen zeigen zu können, müssen die Übertragung der Persönlichkeits-Rechte einwandfrei vertraglich festgehalten sein.

Nach einer Nacht des unruhigen Schlafens und des Grübelns, ob nicht doch die Verträge (übliche Musterverträge, die ich mir von den Sendern besorgt hatte) zu hart und einseitig seien, waren wir uns heute einig darüber, richtig gehandelt zu haben.
Wenn es irgendwie ginge, würde ich alle Vereinbarungen gerne einfach nur per Handschlag machen – leider brauchen wir jedoch umfangreiche Verträge, um das Projekt professionell einem möglichst großen Interessentenkreis zugänglich zu machen.
Die positive und heilende Botschaft unseres Projektes „Die Heiler“ soll unbedingt möglichst viele Menschen erreichen.
Und so waren wir uns schließlich einig, uns von dieser Herausforderung nicht beeinflussen zu lassen. Vielleicht war es auch eine göttliche Prüfung, ob ich wirklich hinter meinem Projekt stehe - ohne wenn und aber.

So haben wir dann statt des heutigen Interviews gemütlich auf unserer großen Terrasse bei einem mediteranen Abendbrot mit Bio-Ziegenkäse vom heimischen Hof und würzigem Schwarzbier gesessen und andächtig den Vögeln gelauscht, die ihr ganz persönliches Agnihotra dem wunderschönen Sonnenuntergang dargebracht haben. Sogar mehrstimmig.

Was war nun Himmel - was war Hölle?
Euer Wolfgang

Kommentare:

  1. Lieber Wolfgang, liebe Gabriele,

    wir waren von eurer Idee sehr angetan, den Homa Hof Heiligenberg, der für Europa als einzigartiges Umweltschutzprojekt mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern steht, in dem Film „Die Heiler“ vorzustellen.
    Hierüber führten wir auch sehr inspirierende Telefonate miteinander. In der heutigen Zeit der globalen Umweltverschmutzung bietet das alte vedische Wissen einen praktikablen Ansatz für die Heilung dieser verschmutzen Erde. Wie dies praktisch umzusetzen ist, zeigen wir hier seit 21 Jahren am Homa-Hof Heiligenberg und geben dieses Wissen bei unseren Info-veranstaltungen kostenlos weiter.
    Welchen Nutzen die Feuertechnik mit sich bringt, habt ihr beide erfahren dürfen; ihr führt ja selbst zu Hause seit einigen Monaten Agnihotra durch. Auch das HOMA-Gemüse hat euch geschmacklich sehr überzeugt.
    Ein zentraler Leitgedanke der vedischen Schriften: “Heile die Atmosphäre und die Atmosphäre heilt dich“ wäre somit auch ein passendes Thema für euren Film „Die Heiler“.

    In eurem Logbuch Nr. 6 finden wir einige Stellen, die nicht korrekt wiedergegeben wurden und die auch unpassend formuliert sind.
    Nach dem Vorgespräch und nur wenige Minuten vor Beginn des Filmens wurde uns ein mehrseitiger Vertrag zur Unterschrift vorgelegt. Da keine Zeit zum Durchlesen verblieb, wurde dies auf den nächsten Vormittag verschoben. Wir waren an diesem Abend mit einigen Ton- und Filmsequenzen beschäftigt.
    Ich möchte nun auf den Inhalt eures Filmtagebuches eingehen.
    Was soll der Titel „Himmel und Hölle“ dem Nichtbeteiligten sagen?
    Wir finden diesen äußerst provozierend!
    Du bezeichnest unsere Mitglieder als „Chor“ und „Freizeitchor“. Es geht aber um die Durchführung einer Feuertechnik zu Sonnenauf- und Sonnenuntergang, Agnihotra genannt, bei der die Durchführenden ein Mantra (Wortklangkombination in Sanskrit) singen.
    Des Weiteren ist noch ein Fehler unterlaufen:
    Der erste Achteck-Kristall entstand nicht am Homa Hof Heiligenberg während der Feuertechnik Agnihotra, wie ihr schreibt, sondern auf der Insel Patmos, was eine besondere Bedeutung hat, worüber später einmal berichtet werden wird.
    Was ist mit dem „O-Ton“ gemeint?
    Warum bezeichnet ihr uns als XYZ-Hof, haben wir keinen Namen?
    Und weshalb sind euch die Kinnladen heruntergefallen?
    Wir waren nach dem Durchlesen des mehrseitigen Vertrages geschockt.
    Als wir diesen Vertrag zwei Rechtsanwälten des Deutschen Presseverbandes vorlegten, kam gleich die Anfrage: “Ihr habt doch wohl solch einen Vertrag nicht unterzeichnet? Dies ist ein reiner Abzocke-Vertrag, der mit Filmrechten im Allgemeinen nichts mehr zu tun hat.“
    Und so haben wir diese Verträge eben auch gesehen.
    Wir möchten kein HOMA-Hof-Logo auf einem T-Shirt, einer Kaffeetasse oder einem Button wiederfinden oder gar verfremdet in einem Computerspiel.

    Wer die Verträge genau durchliest, kann sie mit gutem Gewissen so nicht unterschreiben.
    Für die Übertragung der Persönlichkeitsrechte gibt es eine ganz einfache Vertrags-formulierung, die nicht in unzählige Unterpunkte gefasst werden muss.
    Wir haben uns von Juristen des Deutschen Presseverbands einen solchen einfachen Vertrag aufsetzen lassen. Unter diesen Bedingungen sind Filmteams bei uns herzlich willkommen.
    Wer möchte, kann sich auf unserer Homepage www.homa-hof-heiligenberg.de ein Bild über unsere ehrenamtliche Arbeit im Bereich des Umweltschutzes machen oder uns am Homa Hof besuchen.
    Wir wünschen euch mit dem Film „Die Heiler“ viel Erfolg
    Wir am Homa Hof Heiligenberg werden weiterhin in der täglichen Praxis einen Beitrag für die Heilung der Erde leisten.

    Bernd Frank (Pressesprecher am Homa Hof Heiligenberg)

    Heiligenberg, den 14.August 2009

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  2. Da einige Vorwürfe von Bernd Frank definitv nicht richtig sind, hier meine Anmerkungen dazu.
    Herzlichst Wolfgang:

    WOLFGANG: Interviewfragen und Verträge wurden rechtzeitig vorab mit der Post zugesandt und nicht erst ein paar Minuten vorher übergeben. Hier spricht der Pressesprecher die Unwahrheit.

    Pressesprecher: "Du bezeichnest unsere Mitglieder als „Chor“ und „Freizeitchor“.

    WOLFGANG: Alle meine Artikel sind mit meinem rheinischen Humor durchtränkt. Es handelt sich um mein Tagebuch und meine schriftstellerische Leistung. Ich kann so schreiben - auch das mit den tanzenden Kühen, ohne die Zeremonie als solches abzuwerten...


    Ich habe nirgends geschrieben, dass der Kristall auf dem Homa-Hof entstand. Ich habe von einem besonders heiligen Platz gesprochen. Ist der auf dem Homa-Hof?
    Der Pressesprecher dieses Hofes scheint sich nicht genau vorzubereiten!

    Pressesprecher: "Und weshalb sind euch die Kinnladen heruntergefallen?"

    WOLFGANG: Weil Ihr uns habt kommen lassen und wir einen ganzen Tag umsonst gedreht haben, obwohl ihr die Verträge einige Tage vorher bereits vorliegen hattet. Das hätte man auch vor dem Dreh absagen können.

    Pressesprecher: "Wir möchten kein HOMA-Hof-Logo auf einem T-Shirt, einer Kaffeetasse oder einem Button wiederfinden oder gar verfremdet in einem Computerspiel."

    WOLFGANG: Hatten wir auch nie vor - da sieht man mal wieder, was andere sich so ausdenken, sind meistens die eigenen Fantasien. Sind die Spiegelgesetz-Methoden bekannt?

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  3. Am besten klärt man solche Dinge im direkten Dialog persönlich, nicht per Schrift

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